Direktnavigation

Was ist Dolmetschen?

Häufige Fragen

Woran erkennt man einen qualifizierten Dolmetscher?
Die Berufsbezeichnung "Dolmetscher" ist nicht geschützt, deshalb kann sich grundsätzlich jeder als Dolmetscher bezeichnen. Ein Studienabschluss im Fachbereich Dolmetschen (etwa als Diplom-Dolmetscher) steht für eine fundierte Ausbildung. Die Mitgliedschaft im internationalen Verband der Konferenzdolmetscher (aiic) bietet zusätzliche Gewähr für Qualität. Voraussetzung für die Aufnahme in den Verband ist mehrjährige Berufserfahrung sowie eine von aktiven Mitgliedern bestätigte kompetente und professionelle Arbeitsweise.

Was ist eine Flüsteranlage?
Eine Flüster- oder Personenführungsanlage besteht aus einem Mikrofon mit Sender sowie Empfängern mit Kopfhörern. Vielleicht haben Sie solche Geräte schon bei einsprachigen Werks- oder Museumsführungen gesehen. Der Sprecher hält das Mikrofon in der Hand und die Zuhörer können sich mit den Kopfhörern auf dem Kopf frei bewegen.

Eignet sich eine „Flüsteranlage“ als Ersatz für eine Kabine?
Es gibt Dolmetschsituationen, bei denen der Einsatz einer Flüsteranlage sinnvoll ist, etwa bei Führungen. Ein Ersatz für eine schalldichte Dolmetschkabine bietet sie allerdings nicht. Da die Dolmetscher selbst nur den Raumton hören, kann schon das kleinste Husten oder Papierrascheln dazu führen, dass sie den Redner nicht verstehen und dadurch auch nicht sinnvoll übersetzen können. Außerdem ist der Sprechton des Dolmetschers nicht abgeschirmt, was für den Redner und auch die Zuhörer irritierend sein kann.

Wie lange kann ein Simultandolmetscher am Stück arbeiten?
Als Faustregel kann man sagen, dass Dolmetscher etwa 30 Minuten am Stück arbeiten. Danach geben sie an einen Kollegen ab und haben Zeit, sich etwas zu regenerieren. Simultandolmetschen erfordert höchste Konzentration und ist entsprechend anstrengend. Um nachzuvollziehen, wie anstrengend Simultandolmetschen ist, versuchen Sie sich einmal im „Shadowing“. Schalten Sie eine Talkshow an und versuchen Sie, alles mit einigen Sekunden Zeitverzögerung in der gleichen Sprache nachzusprechen. Wenn Sie darin nicht geübt sind, werden Sie nur wenige Minuten durchhalten. Und dabei haben Sie noch nicht gleichzeitig über die Übersetzung des Gesagten in eine andere Sprache nachgedacht!

Warum arbeiten Simultandolmetscher immer mindestens zu zweit?
Nach ca. 30 Minuten Simultandolmetschen braucht der Dolmetscher eine Pause, und gibt an einen Kollegen ab. Ein Arbeitstag von höchstens 6 Stunden reiner Dolmetschzeit ist so zu zweit zu bewältigen. Bei einem längeren Arbeitstag und/oder sehr technischen Themen ist ein Team aus drei Dolmetschern pro Sprache erforderlich.

Wie bereiten sich Dolmetscher auf eine Konferenz vor?
Professionelle Dolmetscher bereiten sich auf jede Konferenz gründlich vor. Die Vorbereitung umfasst das Lesen der vom Kunden gelieferten Unterlagen, das Erstellen von Glossaren zum Thema, sowie das Lesen von Hintergrundmaterial. Wenn der Veranstalter den Dolmetschern im Vorfeld die Vorträge zur Verfügung stellen kann, werden diese im Hinblick auf mögliche sprachliche oder inhaltliche Schwierigkeiten sorgfältig durchgearbeitet.

Wie schaffen es Dolmetscher, auch bei sehr technischen Konferenzen die richtigen Vokabeln zu kennen?
Durch gründliche Vorbereitung. Selbstverständlich haben Dolmetscher, die häufig bei technischen Konferenzen arbeiten, einen Grundstock an technischem Vokabular. Doch jede Konferenz und jedes Unternehmen setzt einen anderen Fokus, auf den sich die Dolmetscher einstellen. Das Durcharbeiten der Konferenzunterlagen und gründliche Recherchen helfen beim Erstellen eines Fachglossars.

Was ist der Unterschied zwischen Dolmetschen und Übersetzen?
Dolmetschen ist die mündliche Übertragung eines gesprochenen Textes aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache. Übersetzen ist die schriftliche Übertragung eines schriftlich vorliegenden Textes aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache.

Was kostet ein Dolmetscher?
Das Honorar eines Dolmetschers berechnet sich in Tagessätzen, wobei die Vor- und Nachbereitung eines Einsatzes nicht gesondert berechnet wird. Zusätzlich zum Tageshonorar können – je nach Einsatzort – noch Fahrtkosten, Spesen und ein An- und/oder Abreisehonorar hinzukommen. Wird ein ganzes Team gebucht, wird das organisierende Büro meist noch eine Organisationspauschale in Rechnung stellen.

Können Videos gedolmetscht werden?
Grundsätzlich ja. Allerdings sollte entweder das Skript oder das Video selbst dem Dolmetscher vor dem Einsatz zur Verfügung gestellt werden. Filmkommentare werden häufig schnell gesprochen und sind im Vergleich mit natürlich gesprochener Sprache sehr dicht, was die Verdolmetschung erschwert.

Was ist eine A-, B- und C-Sprache?
A-Sprache bezeichnet die Muttersprache, während B-Sprache eine Fremdsprache bezeichnet, die der Dolmetscher auf annähernd muttersprachlichem Niveau beherrscht und in welche er auch dolmetscht. Die C-Sprache ist eine Fremdsprache, die der Dolmetscher zwar hervorragend versteht, die er jedoch nicht aktiv verwendet, d.h. er dolmetscht nur aus dieser Sprache in seine Muttersprache, nicht umgekehrt.

Was versteht man unter einem Konferenzdolmetscher?
Ein Konferenzdolmetscher beherrscht alle Dolmetschtechniken (Simultandolmetschen, Konsekutivdolmetschen, Verhandlungsdolmetschen, Flüsterdolmetschen) und kann Auftraggeber und Dolmetscher als beratender Dolmetscher unterstützen.

Was ist Simultandolmetschen?
Der Dolmetscher überträgt das Gesagte mit Hilfe einer Simultandolmetschanlage in eine andere Sprache, während der Redner spricht. Pro Sprache arbeiten grundsätzlich zwei oder drei Konferenzdolmetscher in einer Dolmetschkabine zusammen, die sich etwa halbstündlich abwechseln.
Eine Simultandolmetschanlage besteht aus einer schalldichten Kabine für zwei oder drei Dolmetscher, eingerichtet mit einem Dolmetschpult mit Mikrofon und Kopfhörer für jeden Dolmetscher. Wenn im Konferenzraum (ins Mikrofon!) gesprochen wird, wird der Ton per Infrarotsender oder per Funksender auf die Kopfhörer der Dolmetscher übertragen. Die beinahe zeitgleiche Verdolmetschung erfolgt über das Mikrofon am Dolmetschpult in der Kabine und wird auf die Kopfhörer/Empfänger der Zuhörer im Saal weitergeleitet. Um die reibungslosen Funktion der Dolmetscheranlage zu gewährleisten, wird diese von einem spezialisierten Techniker betreut.

Was ist Konsekutivdolmetschen?
Der Dolmetscher überträgt das Gesagte in eine andere Sprache, nachdem der Redner seine Ausführungen beendet hat. Dabei kommt in der Regel keine Dolmetschanlage zum Einsatz. Diese Technik eignet sich besonders für kürzere Veranstaltungen, bei denen nur in eine Sprache gedolmetscht werden muss, wie etwa Pressekonferenzen oder Betriebsversammlungen. Auch Schiedsgerichtsverfahren, Depositions u.ä. werden meist konsekutiv gedolmetscht.

Was ist Verhandlungsdolmetschen?
Der Dolmetscher überträgt das Gesagte zwischen zwei oder mehr Gesprächspartnern hin und her. Dabei dolmetscht er einzelne Sätze oder kurze Sinnabschnitte. Diese Art des Dolmetschens kommt vor allem bei Geschäftsverhandlungen, Werksführungen oder vor Gericht zum Einsatz.

Was ist Flüsterdolmetschen?
Es gibt zwei unterschiedliche Varianten des Flüsterdolmetschens. Bei maximal zwei Zuhörern sitzt der Dolmetscher hinter den Zuhörern und dolmetscht das Gesagte leise simultan. Bei Führungen benutzt der Dolmetscher eine sogenannte "Flüsteranlage" (Personenführungsanlage), die aus einem Mikrofon und Empfängern/Kopfhörern besteht. Auch bei dieser Spielart des Dolmetschens werden mindestens zwei Dolmetscher benötigt. Flüsterdolmetschen kommt nur für sehr kleine und zeitlich begrenzte Veranstaltungen oder für Verhandlungen in Betracht.

Footer-Navigation